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Organisation und Ausbildungsbestimmungen
für den ÖBSV-Schiedsrichter


Die Ausbildung zum ÖBSV-Schiedsrichter wird in der nachstehenden Richtlinie geregelt, die sich stark an der Ausbildung zum FITA-Schiedsrichter orientiert. Dabei verstehen sich die Bestimmungen trotz Beschlussfassung durch die Länderkonferenz eher als Richtlinie denn als in allen Details wortgenau umzusetzende Regelung.
Die Bestimmungen wurden von mir soweit hier angeführt durch die Beschlüsse der Länderkonferenz im Dezember 2002 ergänzt.



Grundsatzerklärung des ÖBSV

Der ÖBSV ist Mitglied der FITA (Fédération Internationale de Tir à l’Arc) und als solches gemäß der Satzungen und Regeln der FITA verpflichtet, nationale Schiedsrichter auszubilden und zu bestätigen. Diese Schiedsrichter sollen auf Turnieren des ÖBSV, insbesondere aber solchen, die zum Erwerb eines FITA-Leistungsabzeichens oder zum Erzielen eines Weltrekordes berechtigen, mitarbeiten und für die Einhaltung der Regeln der FITA sorgen.

Die Ausbildung und die Bestätigung der Schiedsrichter entspricht den Richtlinien des Kampfrichter-Komitees der FITA.

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Zuständigkeitsbereiche der ÖBSV-Organe

Der Wettkampfausschuß des ÖBSV arbeitet die nationalen Bestimmungen des ÖBSV aus. Diese Bestimmungen werden von der Länderkonferenz genehmigt und als "Wettkampfordnung des ÖBSV" veröffentlicht.

Die Satzungen der FITA und die von der FITA erlassenen Regeln werden in den "FITA Satzungen und Regeln" zusammengefaßt.

Stern-Turniere und weltrekordberechtigte Turnier werden gemäß den Regeln der FITA und der Wettkampf­ordnung des ÖBSV ausgerichtet. Die Wettkampfordnung des ÖBSV und die Regeln der FITA sind für alle Schützen mit einer gültigen Lizenz des ÖBSV, alle Mitglieder, Funktionäre und ÖBSV-Schiedsrichter bindend.

Der Schiedsrichter-Referent hat die Aufgabe, für die Einhaltung der ÖBSV-Wettkampfbestimmungen und der FITA-Regeln für das gesamte Bundesgebiet zu sorgen. Er führt eine Liste aller ÖBSV-Schiedsrichter. Er ist zuständig für die Aus- und Fortbildung und die Bestätigung von ÖBSV-Schiedsrichtern sowie deren Aufsicht. Er sorgt für Seminare im Rahmen der Schiedsrichter-Ausbildung und -Schulung, informiert die Schiedsrichter über Regeländerungen im Bereich der FITA und des ÖBSV und koordiniert den Einsatz der Schiedsrichter, insbesondere bei ÖBSV-Meisterschaften.

Das Sekretariat des ÖBSV veröffentlicht mindestens einmal jährlich eine Liste aller ÖBSV-Schiedsrichter.

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Einteilung der Schiedsrichter

Schiedsrichter werden in nachfolgende Gruppen unterteilt:

Nationale Schiedsrichter (ÖBSV-Schiedsrichter)

Dies sind vom ÖBSV ausgebildete und geprüfte Personen, die eine gültige Schiedsrichter-Lizenz des ÖBSV besitzen. Der ÖBSV unterscheidet entsprechend dem Grad ihrer Ausbildung Schiedsrichter mit abgelegter B-Prüfung im Bereich FITA (kurz B-Schiedsrichter FITA), im Bereich 3-D/IFAA (kurz B-Schiedsrichter 3-D/IFAA) bzw. in beiden Bereichen (kurz B-Schiedsrichter), A-Anwärter (oder auch A-Kandidaten oder kurz Anwärter) und Schiedsrichter mit abgelegter A-Prüfung (kurz A-Schiedsrichter).

Internationale - und regionale Schiedsrichter (FITA-Schiedsrichter)

Nationale Schiedsrichter können sich einer vertieften Ausbildung durch die FITA unterwerfen. Nach dem Ablegen einer Prüfung erfolgt die Akkreditierung durch die FITA.

Ehren-Schiedsrichter

Dies sind qualifizierte ÖBSV- oder FITA-Schiedsrichter, die aus gesundheitlichen oder anderen Gründen nicht mehr als ÖBSV- oder FITA-Schiedsrichter wirken, welche aber die FITA bzw. der ÖBSV ehren möchte und bei denen künftige Schiedsrichter auf Grund ihres Wissens und ihrer Erfahrung Rat holen können.

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Aus- und Fortbildung der Schiedsrichter

Lehrgänge, Teilnahmeberechtigung und Kostenübernahme

Bei Vorlage einer genügenden Zahl von Kandidaten oder auf eigene Initiative führt der ÖBSV Lehrgänge zur Ausbildung von ÖBSV-Schiedsrichtern durch. Neben diesen Lehrgängen werden vom ÖBSV aber auch jährlich Seminare und Fortbildungskurse für ÖBSV-Schiedsrichter angeboten.

An Kursen des ÖBSV im Rahmen der Schiedsrichter-Aus- und -Fortbildung ist jeder, der in irgendeiner Weise dem ÖBSV angehört, teilnahmeberechtigt. Allerdings kann der ÖBSV aufgrund lokaler Gegebenheiten die Teilnehmerzahl limitieren.

Der ÖBSV sorgt für geeignete Lehrgangsbedingungen nach Maßgabe durch den Schiedsrichter-Referenten des ÖBSV. Die Kosten für Räumlichkeiten und die Bezahlung der Vortragenden werden vom ÖBSV übernommen. Die für Reise, Unterkunft und Verpflegung anfallenden Kosten sind von den Kursteilnehmern bzw. Schiedsrichtern selbst zu tragen.

Wer als Hörer an einem Seminar im Rahmen der Schiedsrichter-Schulung teilnehmen möchte, hat dies dem Sekretariat des ÖBSV wie in der Ausschreibung angegeben fristgerecht mitzuteilen.

Die Ausbildung zum B-Schiedsrichter

Wer die Ausbildung zum ÖBSV-Schiedsrichter anstrebt, dem ÖBSV angehört, österreichischer Staatsbürger ist bzw. in den letzten 3 Jahre seinen ordentlichen Hauptwohnsitz in Österreich hatte, kann einen diesbezüglichen Bewerbungsantrag an das Sekretariat des ÖBSV richten. Dieser Antrag hat nachstehende Angaben zu enthalten:

Der Schiedsrichter-Referent des ÖBSV ist berechtigt, Bewerbungen unter Bekanntgabe der Gründe abzulehnen. Dies ist dem Betreffenden nachweislich zur Kenntnis zu bringen und dem Sekretariat des ÖBSV mitzuteilen. Gegen eine Ablehnung ist die Berufung an den Wettkampfausschuß des ÖBSV möglich.

Der Prüfungsanwärter hat an einem Ausbildungs-Seminar des ÖBSV für B-Schiedsrichter teilzunehmen und sich einer Prüfung zu stellen. Die Prüfungsinhalte können dem jeweils gültigen Ausbildungsplan des ÖBSV (siehe Anhang) entnommen werden.

Der Prüfungsmodus wird der Anzahl der Kandidaten angepaßt. Die Prüfung wird in der Regel vom Schiedsrichter-Referenten, dem Vorsitzenden des Wettkampfausschusses oder einer vom ÖBSV beauftragen Person durchgeführt. Der Prüfer teilt das Ergebnis der Prüfung jedem Bewerber, seinem Verein und dem Sekretariat des ÖBSV innerhalb von 7 Tagen nach Bestehen der Prüfung mit. Eine Berufung gegen ein negatives Ergebnis ist nicht möglich. Die Prüfung kann jedoch nach neuerlicher Bewerbung und Teilnahme an einem Ausbildungs-Seminar beliebig oft wiederholt werden.

Nach erfolgreichem Ablegen der Prüfung wird der Kandidat zum ÖBSV-Schiedsrichter ernannt und erhält eine B-Lizenz des ÖBSV, die dem Fachgebiet entsprechend unterschieden wird.

Ausbildung und Prüfung sind für die Bereiche FITA bzw. EAA/IFAA getrennt durchzufüh-ren. Nach abgelegter Prüfung aus einem der beiden Ausbildungsbereiche erhält der Kan-didat den Grad ÖBSV-B-Schiedsrichter FITA bzw. ÖBSV-B-Schiedsrichter EAA/IFAA. Mit dieser Ausbildung ist er analog den bisherigen Richtlinien berechtigt, je nach Status des Turniers ein Turnier aus dem entsprechenden Bereich zu leiten oder im Rahmen dieses Turniers als Schiedsrichter eingesetzt zu werden.

Nach 3-jähriger Praxis wird, sofern nicht bereits vorzeitig eine Prüfung aus dem anderen Bereich abgelegt wurde, die Kompetenz auf den jeweils anderen Bereich erweitert und der Grad ÖBSV-B-Schiedsrichter automatisch zugesprochen. Dies berechtigt zum Ein-satz bzw. zur Leitung eines Turniers, wiederum in Abhängigkeit des Turnierstatus gemäß den bisherigen Richtlinien, in beiden Wettkampfbereichen.

A-Anwärter und die Ausbildung zum A-Schiedsrichter

Nachdem ein B-Schiedsrichter an zumindest 2 Stern-Turnieren als Schiedsrichter teilgenommen hat und mindestens ein Fortbildungs-Seminar für Schiedsrichter besucht hat, kann er sich der Ausbildung zum A-Schieds­richter zuwenden.

Ein B-Schiedsrichter, der die Ausbildung zum A-Schiedsrichter anstrebt, hat dies dem Sekretariat des ÖBSV schriftlich mitzuteilen. Sein Antrag wird geprüft und, soferne er obige Voraussetzungen erfüllt, vom ÖBSV im Schiedsrichter-Paß bestätigt. Er gilt damit als A-Anwärter.

In den folgenden 12 Monaten hat der A-Anwärter an mindestens 3 Turnieren mit Stern-Status (davon mindestens ein Feldturnier und ein Scheibenturnier) als Schiedsrichter teilzunehmen. Er hat vor Beginn jedes Turniers den Hauptschiedsrichter (A-Schiedsrichter) auf sein Ausbildungsziel hinzuweisen. Dieser wird ihn in besonderer Weise betreuen und seine Beobachtungen dem Wettkampfausschuß des ÖBSV mitteilen.

Der A-Anwärter kann in diesem Zeitraum einen internationalen Schiedsrichter, A-Schiedsrichter oder Ehren-Schiedsrichter seines Vertrauens wählen. Dieser wird ihm in Rat und Tat helfen, sich auf seine Aufgabe als leitender Schiedsrichter vorzubereiten.

Mitglieder des Wettkampfausschusses, internationale Schiedsrichter und A-Schiedsrichter, die als Betreuer eines A-Anwärters wirken, haben jederzeit Zutritt zum Wettkampffeld und zu Feldkursen.

Nachdem ein A-Anwärter 12 Monate in entsprechender Weise als Schiedsrichter gearbeitet hat, prüft der Schiedsrichter-Referent des ÖBSV die Berichte, die von den Hauptschiedsrichtern bzw. seinem Betreuer eingelangt sind. Entsprechend dieser Berichte

Der Schiedsrichter-Referent organisiert bei ÖBSV-Meisterschaften oder, wenn notwendig, bei anderen größeren Stern-Turnieren Zusammenkünfte, auf denen A-Anwärter, die von ihm zur Prüfung zugelassen wurden, die Prüfung zum A-Schiedsrichter ablegen können.

Die Prüfungsinhalte können dem jeweils gültigen Ausbildungsplan des ÖBSV (siehe Anhang) entnommen werden. Die Prüfung gliedert sich in einen praktischen Teil im Rahmen des Turniers und einen theoretischen Teil, der vor einer Prüfungskommission abzulegen ist.

Die Prüfungskommission besteht aus wenigstens 3 Mitgliedern des Wettkampfausschusses. Wenn diese nicht zur Verfügung stehen, können bis zu zwei von ihnen durch A-Schiedsrichter des ÖBSV ersetzt werden. Den Vorsitz der Prüfungskommission führt der Schiedsrichter-Referent, bei dessen Verhinderung der Vorsitzende des Wettkampfausschusses, ist auch dieser nicht anwesend, das an Jahren älteste Mitglied der Prüfungskommission.

Die Prüfungskommission teilt das Ergebnis der Prüfung jedem Bewerber, seinem Verein und dem Sekretariat des ÖBSV innerhalb von 7 Tagen nach Bestehen der Prüfung mit. Eine Berufung gegen ein negatives Ergebnis ist nicht möglich. In diesem Fall hat der A-Anwärter das Recht, die Prüfung bei nächster Gelegenheit zu wiederholen.

Nach erfolgreichem Ablegen der Prüfung erhält der Kandidat eine A-Lizenz des ÖBSV.

Die Ausbildung zum internationalen Schiedsrichter

Die Ausbildung zum internationalen Schiedsrichter ist im Anhang 3 der „FITA Satzungen und Regeln“ beschrieben.

Der ÖBSV versucht, soweit möglich, Anwärter bei ihrer Ausbildung zu unterstützen. Dafür erwartet der ÖBSV von internationalen Schiedsrichtern, daß sie ihr Wissen im Rahmen der Schulung und Fortbildung nationaler Schiedsrichter in Rat und Tat zur Verfügung stellen.

Solange sie als FITA-Schiedsrichter anerkannt werden, unterliegen sie nicht den Nachschulungs- und Fortbildungsbestimmungen des ÖBSV. Wohl aber wird von ihnen eine umfassende Kenntnis der ÖBSV-Wettkampfordnung erwartet.

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Pflichten und Fortbildungsbestimmungen für Schiedsrichter

Der ÖBSV erwartet von allen seinen Schiedsrichtern eine grundlegende Kenntnis der Wettkampfordnung des ÖBSV, den Regeln für die Durchführung von Jagdbogen- und 3-D-Turnieren und der Regeln der FITA, angemessene Fortbildung und Erweiterung ihrer Kenntnisse sowie ein vorbildliches Verhalten.

ÖBSV-Schiedsrichter unterliegen den FITA-Regeln, der Wettkampfordnung des ÖBSV, den Regeln für die Durchführung von Jagdbogen- und 3-D-Turnieren und allen vom Wettkampfausschuß und dem Schiedsrichter-Referenten des ÖBSV erstellten Bestimmungen, die das Verhalten und Vorgehen der Schiedsrichter regeln.

B-Schiedsrichter aller Bereiche haben zumindest einmal in zwei Jahren an einem Fortbildungs-Seminar und an zumindest einem Turnier des ÖBSV in zwei Jahren als Schießleiter oder Schiedsrichter teilzunehmen.

A-Schiedsrichter haben zumindest einmal jährlich an einem Fortbildungs-Seminar des ÖBSV teilzunehmen. Sie sind in zumindest einem Turnier pro Jahr als Schiedsrichter tätig. Eine Tätigkeit als Schießleiter wird in diesem Zusammenhang nicht anerkannt. Sie haben im Rahmen der Schiedsrichter-Schulung von B-Schieds­richtern und A-Anwärtern bei Stern-Turnieren oder als Betreuer ihr Wissen weiterzugeben und den ÖBSV in dieser Aufgabe zu unterstützen.

Sind wesentliche Neuerungen oder Änderungen in der Wettkampfordnung des ÖBSV oder den FITA-Regeln erfolgt, ist die Teilnahme an einem der nächsten Fortbildungs-Seminare des ÖBSV auch dann Pflicht, wenn ein Schiedsrichter gemäß vorangestellter Regelung noch nicht zur Fortbildung ansteht.

ÖBSV-Schiedsrichtern kann durch den Wettkampfausschuß des ÖBSV die Schiedsrichter-Lizenz entzogen werden oder eine Rückstufung zum B-Schiedsrichter erfolgen,

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Akkreditierung

Die Gültigkeit einer Lizenz ergibt sich aus der mindestens einmal jährlich vom ÖBSV veröffentlichten Liste der ÖBSV-Schiedsrichter.

Der Schiedsrichter-Referent ist berechtigt, Streichungen aus der Liste unter Bekanntgabe der Gründe vorzunehmen. Dies ist dem Betreffenden nachweislich zur Kenntnis zu bringen und dem Sekretariat des ÖBSV mitzuteilen. Gegen eine Streichung ist die Berufung an den Wettkampfausschuß des ÖBSV möglich.

A- und B-Schiedsrichter bekommen verschiedene Lizenzen, die den Namen und die Qualifikation angeben.

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Turniereinsatz der Schiedsrichter

ÖBSV-Meisterschaften

Turniere mit Stern-Status

Nationale Turniere ohne Stern-Status

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Gebühren, Finanzierung und Bezahlung

Spesenersatz, Kosten für Nächtigungen

Schiedsrichter-Honorare bei ÖBSV-Meisterschaften

Schiedsrichter-Honorare bei Turnieren mit Stern-Status

Schiedsrichter-Honorare bei Nationalen Turnieren ohne Stern-Status

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Anhang A: Ausbildungsplan, Lernziele und Prüfungsinhalte

Ausbildungsziel B-Schiedsrichter FITA

Generell wird von einem B-Schiedsrichter das Wissen eines erfahrenen Schützen erwartet, sowie detaillierte Kenntnisse in Bezug auf Wertung und Zeitkontrolle des Schießens. Ein Schwerpunkt der Ausbildung zum B-Schiedsrichter ist das Feldbogenschießen, da in diesem Bereich der B-Schiedsrichter in großen Teilen Entscheidungen ohne Aufsicht durch einen A-Schiedrichter insbesondere in Bezug auf Wertung und Zeitkontrolle eigenständig zu treffen hat.

Lehr- und Prüfungsinhalte:

Derzeit in Überarbeitung.

Ausbildungsziel A-Schiedsrichter

Von einem A-Schiedsrichter werden detaillierte Kenntnisse der FITA-Regeln, der Wettkampfordnung des ÖBSV sowie der Regeln für die Durchführung von Jagdbogen- und 3-D-Turnieren erwartet. Er muß in der Lage sein, selbsttätig ein Turnier zu leiten, die FITA-Regeln richtig zu interpretieren und anwenden zu können und in Ausnahmesituationen vorort Lösungen zu finden und Entscheidungen zu treffen im Geiste der FITA und im Sinne des ÖBSV.

Prüfungsinhalte:

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