| | |

Übersicht      <<      2006 (4)      >> 

Stechen


In der Ausgabe 4/2005 des Bogensport Journals habe ich ausführlich den Fall der Ringgleichheit behandelt sowie die Regeln besprochen, nach denen in einem solchen Fall eine Reihung zu erstellen ist. In bestimmten Situationen wird aber dem Regelwerk folgend ein Stechen erforderlich (vgl. § 7.6.5, § 8.6.5, § 9.6.3).

Wann wird gestochen?

Gestochen wird, wenn es um die Qualifikation zur Teilnahme am Finale geht (bspw. bei einer ÖSTM), um den Aufstieg in einem der Finaldurchgänge oder um die Entscheidung im Finale.

Wie läuft ein Stechen ab?

Der grundlegende Ablauf und die Auswertung stimmen für FITA-Halle, Scheibe und Feld überein. Jeder Schütze schießt einen Pfeil. Danach wird gewertet. Fällt keine Entscheidung, wird das Stechen wiederholt, bis ein Sieger feststeht.

Werden wie in der Halle Dreifachauflagen verwendet, wird bei senkrechter Anordnung auf das mittlere Scheibenbild, bei dreieckiger Anordnung auf das obere Scheibenbild gestochen.

Wieviel Zeit steht zur Verfügung?

Einem Schützen stehen für das Schießen seines Pfeils 30 Sekunden in einem Finale zur Verfügung, in dem abwechselnd geschossen wird, ansonsten 40 Sekunden, im Feld sind es 80 Sekunden.

Wie wird gewertet?

Gewertet wird die Ringzahl, Xen werden nicht gesondert berücksichtigt. Besteht Ringgleichheit, muss das Stechen wiederholt werden. Ist auch im 3. Stechen noch keine Entscheidung über die Ringzahl gefallen, wird die Entfernung zum Zentrum gemessen. Wer näher am Zentrum ist, hat gewonnen.

Sollte im 3. Stechen weder über die Ringzahl noch in Folge über das Messen der Entfernung zum Zentrum eine Entscheidung getroffen werden können, wird das letzte Stechen in dieser Form bis zur Entscheidung wiederholt.

Wer wertet?

In Österreich wertet ein Stechen der zugeteilte Schiedsrichter.

Auf welche Entfernungen wird gestochen?

Gestochen wird im Bereich FITA-Scheibe auf der zuletzt geschossenen Distanz (Visiereinstellungen beibehalten!), am Ende eines Grunddurchgangs in Österreich also in der Regel auf 30m. Bei gestürzter Reihenfolge würde ein Stechen auf 90m erfolgen, im Falle einer 70m-Runde oder im Finale auf 70m.

Am Ende eines Grunddurchgangs wird der Schiedsrichter die Scheiben festlegen, auf denen gestochen wird. In einem laufenden Finale erfolgt ein Stechen auf die aktuell zugeteilten Scheiben.

In der Halle finden alle Stechen in Österreich auf 18m statt.

Im Feldschießen erfolgt das Stechen auf die Maximalentfernung für die jeweilige Disziplin. Nur im Semifinale wird auf die zuletzt geschossene Scheibe gestochen.

Wie wird in der Mannschaft gestochen?

Das Stechen für Mannschaften erfolgt mit einem Pfeil pro Schütze. Einer Mannschaft stehen für das Schießen ihrer 3 Pfeile 1 Minute, im Feld 4 Minuten zur Verfügung.

Die Wertung erfolgt wie oben beschrieben, jedoch gewinnt bei Ringgleichheit im 3. Stechen die Mannschaften mit dem Pfeil, der am nächsten zum Zentrum steckt. Falls erforderlich fällt eine Entscheidung bei Mannschaften über den zweit- und ggf. den drittnächsten Pfeil. Auch hier wird falls erforderlich das 3. Stechen bis zur Entscheidung wiederholt.

Noch Fragen?

Wenn etwas unklar ist oder wenn Fragen zum Stechen auftauchen, dann wendet euch vor dem Stechen an den zugeteilten Schiedsrichter. Er wird in der Regel von sich aus kurz auf die Schießzeit, die Anzahl der Pfeile und ggf. auf die zu schießende Auflage hinweisen und das Stechen erst anpfeifen, wenn alle Unklarheiten ausgeräumt sind. Allerdings ist ein Schiedsrichter nicht verpflichtet, die Regeln zu erklären. Es liegt also in der Verantwortung des Schützen selbst, sich vorab über die Regeln zu informieren.

Und sonst noch?

Die 3-DI-Regeln werden nochmals überarbeitet, jedoch kann davon ausgegangen werden, dass ein Stechen sinngemäß in Anlehnung an die oben beschriebenen Regeln ablaufen wird.

Übersicht      <<      2006 (4)      >>