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Case Studies


In den FITA Judges Newsletter veröffentlicht die FITA auf ihrer Homepage Informationen für ihre Schiedsrichter. Neben Berichten von Turnieren und Konferenzen sowie Informationen zu Aus- und Fortbildungen finden sich in diesem Informationsblatt regelmäßig interessante Fallstudien. Diese Fallstudien werden unter den internationalen Schiedsrichtern diskutiert. Das Ergebnis dieser Diskussionen bzw. die (nicht immer eindeutigen) Lösungen werden in der Regel in der darauffolgenden Ausgabe publiziert. Jedem Schiedsrichter sind diese Fallstudien wärmstens ans Herz gelegt. Aber auch für den Schützen sind diese Beispiele aus der Praxis interessant.

Nachfolgend zwei Fallstudien aus dem FITA Judges Newsletter vom April 2004 (hier etwas freier übersetzt):

Fallstudie: "Ein Schütze hat Probleme, seinen dritten Pfeil innerhalb der erlaubten Zeit zu schießen. Er lässt den Pfeil nach dem Ablauf der Zeit aus, der Pfeil fällt dabei noch innerhalb der 3-Meter-Linie zu Boden. Die anderen beiden Pfeile sind 9 und 7. Welchen Score erhält der Schütze?"

Antwort: "Die Mehrzahl der Schiedsrichter wertet den Pfeil mit 9-7-M. Technisch gesprochen gilt der Pfeil als nicht geschossen, da er noch in der 3-Meter-Zone zu liegen kommt."

Fallstudie: "In einem Bewerb, in dem die Ampelanlage manuell geschaltet wird, unterläuft dem Schießleiter ein Fehler. 10 Sekunden vor dem Ablauf der Zeit schaltet er die Ampel auf rot. Ein Schütze in unmittelbarer Nähe der Ampel stellt daraufhin das Schießen ein. Zu seiner Überraschung gibt der Schießleiter nach den 4 Minuten das akustische Signal für das Ende der Passe. Der Schütze ruft einen Schiedsrichter und erklärt die Situation. Der Vorfall wurde auch von anderen Schiedsrichtern bemerkt. Der Schütze ersucht um zusätzliche 40 Sekunden für das Schießen des letzten Pfeils."

Antwort: "Alle Schiedsrichter stimmten darin überein, dem Schützen die 40 Sekunden für den letzten Pfeil zuzugestehen."

Wer Lust darauf bekommen haben sollte, sich mit weiteren Fallstudien und Kopfnüssen auseinanderzusetzen, den lade ich herzlich ein, einen Blick in mein Forum zu werfen, wo ich mich bemühen werde, die aktuellen Fallstudien zur Diskussion zu stellen. Die Auflösung gibt es dann nach Erscheinen der darauffolgenden Ausgabe.


Koffein: erlaubte Substanz

Bei den ÖSTM in Wallern hat mich eine Schützin darauf aufmerksam gemacht, dass Koffein nun zu den erlaubten Substanzen gehört, und sie hatte recht. Bereits 2005 wurde Koffein aus der Liste der verbotenen Substanzen entfernt. Dem Genuss von Kaffee in größeren Mengen und der Einnahme anderer koffeinhaltiger Getränke wie Red Bull steht damit nichts im Wege. Um keinen Irrtum aufkommen zu lassen möchte ich hier mit Nachdruck betonen, dass die Kontrolle einer etwaigen Einnahme von Dopingsubstanzen in keinster Weise in den Aufgabenbereich eines Schiedsrichters fällt. Dennoch danke für diesen Hinweis!

Alkoholverbot im Wettkampf

Gemäß den Internationalen Anti-Doping-Bestimmungen gilt für Alkohol eine Obergrenze von 0,1°/oo im Wettkampf. Diese Obergrenze gilt für jeden Schützen, der an einem Wettkampf teilnimmt. Speziell bei ÖSTM und ÖM ist jederzeit mit Kontrollen durch Mitglieder des Österreichischen Anti-Doping-Comitès zu rechnen. Von Kontrollen betroffen sind dabei nicht nur die Schützen am Stockerl und Kadermitglieder! Die Folgen eines Verstoßes sind vielen bekannt, aber oft nicht bewusst. Grundsätzlich gilt also Alkoholverbot während des Wettkampfs. Dieses Verbot gilt für Turniere der FITA aber auch im Bereich IFAA/3D, wo ebenfalls Österreichische Staatsmeistertitel vergeben werden. Weder Schiedsrichter noch Veranstalter werden eine Alkoholkontrolle durchführen. Besteht jedoch im Falle einer deutlich erkennbaren Alkoholisierung eine Gefahr für den Schützen oder seine Kollegen - der Bogen ist nach wie vor eine Waffe! - wird der Schiedsrichter bzw. im Falle von Animationsturnieren der Veranstalter einschreiten, und den Teilnehmer "aus dem Verkehr" ziehen.

Die Anti-Doping-Bestimmungen finden sich zum Download bspw. auf der Homepage des ÖADC.

Neue Schiedsrichter

Herzlich gratulieren möchte ich an dieser Stelle allen neuen B-Schiedsrichtern des ÖBSV, die im Rahmen des letzten Schiedsrichterseminars ihre Prüfung zum ÖBSV-Schiedsrichter abgelegt haben. Besonders freue ich mich über die neuen A-Schiedsrichter Elisabeth Grube, Susanne Mastalir, Mathias Goebel und Andreas Stigger, denen ich meine besonderen Glückwünsche ausspreche. Die jeweils aktuelle Liste der ÖBSV-Schiedsrichter findet sich auf der Homepage des ÖBSV.

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