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Ringgleichheit


FITA Scheibe

Ein anstrengender Wettkampf ist vorüber, das Endergebnis liegt vor. Zwei Schützen haben die gleiche Ringzahl erreicht, und dennoch wurde eine Reihung festgelegt. Das Festlegen der Reihung erfolgt durch den Veranstalter streng den Regeln der FITA folgend.

Gehen wir vom Fall einer FITA-Runde aus, dann wird bei der Reihung im Falle von Ringgleichheit zunächst die Anzahl der 10er herangezogen. Dabei werden alle 10er, also auch die Treffer im Innenzehner (= X) gezählt. Damit ergibt sich üblicherweise bereits eine Reihung. Weisen beide Schützen die gleich Zahl an 10ern auf, kommen im nächsten Schritt die Innenzehner, also nur die Xen zum Zug. Nur wenn auch hier Gleichheit besteht, werden die beiden Schützen als gleichrangig gewertet (vgl. § 7.6.5.1 Outdoor bzw. analog § 8.6.5.1 FITA Indoor).

Wer schon länger dabei ist erinnert sich vielleicht noch an die Berücksichtigung der Treffer als erstes Entscheidungskriterium. Ich möchte ausdrücklich und mit Nachdruck darauf hinweisen, dass die Treffer nicht mehr in die Entscheidungsfindung bei der Platzierung mit einfließen!

Die oben beschriebene Regelung kommt sowohl im Einzel- als auch im Mannschaftsbewerb zum Tragen. Allerdings gibt es einige Ausnahmen, die gesondert behandelt werden.

Zunächst gilt diese Regelung nicht für all jene Schützen, die sich für ein dem Grunddurchgang nachfolgendes Finale qualifiziert haben. Besteht hier Ringgleichheit, dann entscheidet das Los anstelle der 10er und Xen.

Weiters gilt die Regelung nicht, wenn es sich am Ende des Grunddurchgangs um den Einzug in die nachfolgenden Finaldurchgänge handelt. Hier wird zwischen den betroffenen Schützen gestochen (vgl. § 7.6.5.2, § 8.6.5.2).

Gestochen wird auch am Ende jedes Finaldurchganges genau dann, wenn beide Schützen nach der letzten Passe der Begegnung ringgleich sind. Generell gilt, dass in den Finalrunden weder 10er noch Innenzehner bei Ringgleichheit Berücksichtigung finden.

Eine weitere Ausnahme von der eingangs beschriebenen Regelung besteht für die im Laufe der Olympischen Runde ausgeschiedenen Schützen. Hier werden alle in der gleichen Runde ausgeschiedenen Schützen als gleichrangig erklärt, d.h. es gibt vier 5. Plätze und acht 9. Plätze. Die Ausnahme dieser Ausnahme sind Weltmeisterschaften, hier wird eine vollständige Reihung erstellt, indem wieder 10er und Xen wie oben beschrieben herangezogen werden (vgl. § 7.6.6 f und § 8.6.6 f).

FITA Feld

Die oben beschriebene Regelung gilt sinngemäß auch für das Feldbogenschießen (vgl. § 9.6.3), allerdings gelten hier die 5er und Innenfünfer anstelle der 10er und Innenzehner.

Die Ringgleichheit im Bereich 3-DI wird hier nicht berücksichtigt, da diese Regeln nochmals überarbeitet werden sollen.

Jagdbogenturniere

Für Jagdbogenturniere des ÖBSV konnte ich keine festgeschriebene Regelung finden. Hier wird der Veranstalter vermutlich eine Reihung nach 20ern vornehmen. Erst wenn auch hier Gleichheit vorliegt, werden Schützen als gleichrangig erklärt. Für anderslautende Hinweise bin ich durchaus dankbar. Eventuelle Eingänge dazu werde ich in der nächsten Schiedsrichterecke publizieren.

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