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Das Scope im Feldbogenschießen


Für das Feldbogenschießen gelten für das Visier der Compoundschützen folgende Bestimmungen (FITA Regelbuch, § 9.3.5.3 bzw. § 9.3.5.3.1):

Der erste Absatz verbietet den Einsatz der Elektronik, der dritte Absatz die im Jagdbogenbereich üblichen Nadelvisiere. Beide Regeln gehören zwischenzeitlich zum Allgemeinwissen der Bogenschützen.

Unklar ist aber wohl die Phrase "keinerlei zusätzliche Möglichkeiten zum Entfernungsschätzen" im zweiten Absatz. In erster Linie denkt man hier an zusätzliche Skalen am Visier. Jedoch ergeben sich damit auch Einschränkungen für die Markierungen im Scope. So ist etwa ein durchgehendes Fadenkreuz mit Ring für die Runde auf unbekannte Entfernungen nicht zulässig, was für den einen oder anderen nun doch überraschend sein mag.

Verboten sind die Verwendung eines Fadenkreuzes mit einer oder mehreren zusätzlichen Linien, mehr als einem Kreis oder mehr als einer Linie in gleicher Richtung oder eine Kombination aus Kreuz und Kreis, wobei das Kreuz die Kreislinie schneidet. Ebenfalls verboten ist das Anbringen zusätzlicher Ausrüstungsteile wie etwa eines kleinen Plastikfähnchens o. ä. am Scope, welches zur Messung der Entfernung herangezogen werden könnte.

Erlaubt sind Markierungen mit genau einem Punkt, Ring oder Kreuz. Ein Punkt mit einem zusätzlichen Ring wird gerade noch toleriert.

Im Handbuch für den FITA Schiedsrichter (FITA Judge Guide Book, S. 77f) sind einige Beispiele verbotener und erlaubter Scopes angeführt, die hier nochmals wiedergegeben werden (siehe Abb.).

Verbotene Scopeformen:


    a) Kreuz mit Ring

    b) Punkt und zusätzliche Linie

    c) Kreuz mit unterschiedlichen Balkenlängen, Linien nicht bis zum Rand

    d) Kreuz mit Skala

    e) Zusätzliches "Fähnchen" oben

Erlaubte Scopeformen:


    a) Einzelner Punkt

    b) Einzelner Ring

    c) Ring mit Punkt

    d) Kreuz mit Innenring, Linien bis zum Rand

    e) Kreuz mit Punkt, Linien bis zum Rand


Prinzipiell werden ausnahmslos alle Hilfsmittel verboten, welche es erlauben in irgendeiner Form eine Entfernung zu messen. Allerdings verbietet die FITA nicht, Ausrüstungsteile geschickt zu nutzen, um durch "Vergleich" oder "Abdeckung" Anhaltspunkte über die Entfernung zu erhalten. Erlaubte Techniken sind sogar auf der Homepage der FITA veröffentlicht. Durch Üben kann die Geschicklichkeit verbessert werden. Dabei werden aber nur und ausschließlich Ausrüstungsgegenstände zugelassen, wie sie so von jedem anderen Schützen auch genutzt werden können. Zudem darf die Technik nicht "offensichtlich" angewendet werden.

Wie wohl alle Feldbogenschützen wissen, ist das Mitführen jeglicher Aufzeichnungen, die das „Messen“ der Entfernung unterstützen, verboten. In Zusammenhang mit dem Scope und der oben erwähnten Technik des Entfernungsmessens sind dies bspw. Gegenüberstellungen zwischen abgedecktem Teil der Auflage und Entfernung.

Um Unklarheiten zu vermeiden möchte ich ausdrücklich betonen, dass die Regelungen betreffend die Markierungen im Scope nicht für die FITA-Scheibe gelten! (Das Schätzen der Entfernung erübrigt sich in diesem Fall ohnedies.)

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