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Zeiten und Zeitnehmung (Teil 3) – Problemfälle FITA Scheibe


In der Regel sind die akustische Signalgebung und die Ampelsteuerung gekoppelt. Da bei starker Sonneneinstrahlung die Elektronik aber manchmal nicht so möchte wie der Erbauer es sich erdachte, kann es vorkommen, dass das Signal zum Beginn des Schießens ertönt, die Ampel aber auf rot bleibt. Sofern dies ein Schiedsrichter sofort bemerkt, wird er das Schießen unterbrechen. Zu Diskussionen führt dies immer wieder dann, wenn einige Schützen ratlos auf der Linie verharren und nicht wissen, was sie nun tun sollen.

Zunächst einmal ist klar, dass ein Schütze, der nur auf das akustische Signal achtet und nach dem Freigabesignal mit dem Schießen beginnt, keine Regelverletzung begeht. Im Zweifelsfall gilt das akustische Signal vor der Digitalanzeige der Zeit und vor der Ampel. Korrekt innerhalb der Zeit geschossene Pfeile werden daher ohne Einschränkung gewertet.

Manche Schützen allerdings sind durch die rote Ampel verwirrt und wissen nicht, ob sie mit dem Schießen beginnen dürfen oder nicht. Wenn sie sich entschließen, nicht zu schießen, dann sollten sie sich wie nach einem Bogengebrechen verhalten. In der Regel wird ihnen der Schiedsrichter die Zeit zum Schießen ihrer Pfeile wie beim Nachschießen einräumen. Die FITA billigt jedem Schützen die Zeit zum Schießen seiner Pfeile zu. Ein Schütze, der in einem derartigen Ausnahmefall nicht mit dem Schießen beginnt, sichert sich damit keinen unerlaubten Vorteil gegenüber seinen Konkurrenten.

Natürlich wird der Schiedsrichter sich vor der nächsten Passe davon überzeugen, dass die Ampel funktioniert und der Fehler behoben ist. Gegebenenfalls erfolgt eine Durchsage, dass im Falle eines weiteren Versagens der Ampel diese abgeschaltet wird und die Anzeige der Notausrüstung oder der Digitaluhr zu beachten ist.

Zu Unmut in den Schützenreihen kann es kommen, wenn ein Schießleiter aus Versehen das Schießen vorzeitig abpfeift und das Signal zum Schützenwechsel oder zum Scoren gibt, dabei aber einen Schützen auf der Schießlinie übersieht, der die Pfeile seiner Passe noch nicht vollständig geschossen hat.

Das Schießen ist in jedem Fall umgehend einzustellen, selbst wenn klar sein sollte, dass es sich um keine Unterbrechung aufgrund einer drohenden Gefährdung handelt. Wichtig ist es für den betroffenen Schützen, Ruhe zu bewahren und den Vorfall dem Schiedsrichter umgehend zur Kenntnis zu bringen. In der Regel hat dieser den Vorfall bemerkt oder ist durch das Murren der umstehenden Schützen bereits alarmiert. Er wird dann dafür sorgen, dass eventuell fehlende Pfeile nachgeschossen werden können.

Der Schiedsrichter wird die zur Verfügung stehende Zeit festlegen und diese Zeit bekannt geben. In der Regel werden 40 Sekunden für den fehlenden Pfeil eingerechnet werden. Unter Umständen könnten diese 40 Sekunden auch für 2 Pfeile gelten. Ist für den Schiedsrichter etwa aufgrund seiner eigenen Handstoppung erkennbar, dass das Schießen nach mehr als 80 Sekunden abgebrochen wurde, dann wird der Schiedsrichter auch dann nur 40 Sekunden für das Schießen der verbleibenden Pfeile einräumen, wenn mehr als 1 Pfeil zu schießen ist. In jedem Fall erfolgt eine Ergänzung auf mindestens 40 Sekunden, die dem Schützen zur Verfügung stehen und nicht etwa die noch verbliebenen Sekunden bis zum theoretischen Ende der Passe. Als Grundlage für die Ermittlung der fehlenden Zeit kommen sinngemäß §7.5.6 bzw. §8.5.5 zum Tragen. Die in diesem Beispiel genannten Zeiten können sich im Mannschaftsbewerb der olympischen Runde auf 20 Sekunden je Pfeil verkürzen.

Ich habe bedauerlicherweise bereits öfters erleben müssen, dass ein Pfeil durch ein Versehen vorzeitig abgepfiffen wurde, aber noch nie gehört, dass einem Schützen daraus ein Nachteil erwachsen wäre. Also, Ruhe bewahren und die Sache mit dem Schiedsrichter abklären!

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