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Zeiten und Zeitnehmung (Teil 2) – FITA Feld


Sieht man von einem möglichen Stechen und den Finalrunden ab, gibt es im Feldbogenschießen für die 3 Pfeile je Scheibe keine strikte Zeitvorgabe. Erst wenn ein Schütze seine eigene Gruppe oder gegebenenfalls eine Gruppe andere Gruppen unnötig aufhält, wird der Schiedsrichter eine mündliche Verwarnung aussprechen. Ab diesem Zeitpunkt gilt eine Schießzeit von 4 Minuten für den betroffenen Schützen bzw. die verwarnte Gruppe.

Der Schiedsrichter kann nach dieser mündlichen Verwarnung jederzeit bis zum Ende des Wettbewerbs die Zeit stoppen. Stellt ein Schiedsrichter fest, dass der betreffende Schütze die Schießzeit von 4 Minuten überschreitet, wird er ihn schriftlich verwarnen. Bei jeder weiteren Zeitüberschreitung wird in Folge der höchste Pfeil der Passe aus der Wertung genommen.

In den Finalrunden oder bei einem Stechen wird der Schiedsrichter die Zeit bei jeder Passe stoppen. Zeitüberschreitungen werden sofort durch Abzug des nach der Zeit geschossenen Pfeils geahndet. Kann der Schiedsrichter den nach der Zeit geschossenen Pfeil nicht eindeutig identifizieren, dann verliert der betroffenen Schütze den höchsten zählenden Pfeil der Passe.

Wer über die verstrichene Schießzeit in den Finalrunden genau Bescheid wissen möchte, kann eine Stoppuhr verwenden. Diese ist als Ausrüstungsgegenstand zwar nicht explizit angeführt, allerdings spricht prinzipiell nichts gegen deren Verwendung.

Ähnlich wie in den FITA Scheibenbewerben wird auch im FITA Feld – ausgenommen in den Finalrunden – einem Schützen Zeit zugestanden, um eine Sehne zu wechseln oder einen anderen Defekt an der Ausrüstung zu beheben. Innerhalb von 30 Minuten sollte der Schütze das Schießen wieder aufnehmen können. Dass der erfahrene Schütze für diesen Fall Reservesehne, Werkzeug und Kleinersatzteile auf dem Parcours bei sich trägt, versteht sich von selbst. Die Zeit sollte theoretisch sogar ausreichen, um bei einem gröberen Defekt Ersatzmaterial aus dem Auto zu holen.

Die Zeitgrenze von 30 Minuten gilt auch bei unerwarteten gesundheitlichen Problemen, wiederum nicht in den Finalrunden. An dieser Stelle sei auf das Wort "unerwartet" hingewiesen. Eine entsprechende körperliche Fitness darf von einem Sportler erwartet werden. Wer sich nach jedem Fußmarsch von Scheibe zu Scheibe erst mal 15 Minuten erholen muss, erfüllt diese Bedingung sicher nicht. Ein gesundheitliches Problem wie erhöhter Puls und Atemnot kommen in diesem Fall gewiß nicht unerwartet.


Schießzeiten in der FITA
Bewerb Tätigkeit Pfeile [Anzahl] Zeit [min]
FITA Feld Einzel Reguläre Passe 3 - - -
... nach mündl. Verwarnung 3 4:00
Finalrunden 3 4:00
Stechen 1 1:20
Reparaturen nach Materialgebrechen, Auszeit im Falle einer Verletzung oder bei gesundheitlichen Problemen zur Untersuchung durch den Arzt (ausgenommen Mannschafts- und Finalrunden) max. 30:00
FITA Feld Mannschaft Finalrunden 3 x 1 4:00
Stechen 3 x 1 4:00


Ergänzend für die Jagdbogen- und 3-D-Schützen sei hinzugefügt, dass es im Jagdbogenbereich in der Regel keine Zeitvorgaben gibt. Eine Ausnahme sind die Zeitscheiben (vgl. "Regeln für die Durchführung von Jagdbogen- und 3-D-Turnieren", §10.4.1). Hier gilt es, 3 Pfeile in 30 Sekunden zu schießen. Bei den beweglichen Scheiben (§10.6.3) ist das Ziel innerhalb einer markierten Strecke zu treffen. Die Zeit ist damit nicht durch die Regeln wohl aber durch die Zeit beschränkt, in der die Scheibe beschießbar ist.


Referenzen in den FITA-Regeln
Thematik FITA Feld
Stoppen der Schießzeit in der Qualifikations- und Ausscheidungsrunde §9.5.1.12
Schießzeit in der Finalrunde §9.5.1.14, §9.5.1.15
Verwarnungen und Zeitüberschreitungen §9.5.1.12, §9.5.1.13, §9.5.1.14, §9.8.2.2, §9.8.2.3
Bogengebrechen, Verletzungen und gesundheitliche Probleme §9.5.1.7, §9.5.1.8, §9.5.1.9, §9.8.2.1
Einnehmen der Position am Pflock §9.5.1.12
Fortsetzen des Schießens nach einer Unterbrechung §9.5.1.16
Verlängern der Schießzeit §9.5.1.12
Stechen im Einzel- und Mannschaftsbewerb §9.6.3.2 insbes. §9.6.3.2.1, §9.6.3.2.2, §9.6.3.2.4
Feldbogenrunde §9, §4.5.3


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