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Regelneuerungen ab 1.4.2002


Im Rahmen des FITA-Kongresses in Peking wurden einige Regeländerungen beschlossen, die mit 1.4.2002 in Kraft treten. Die Regelneuerungen sind bereits seit geraumer Zeit auf der Homepage des ÖBSV einsehbar.

Eine der gravierendsten Änderungen betrifft sicher die Blankbogenschützen. 1998 war beschlossen worden, dass Pfeilauflagen ausschließlich auf der Fensterseite des Bogens befestigt sein dürfen (§ 9.3.3). Diese Regelung wurde aufgehoben und durch nachfolgenden Passus ersetzt: "Am Bogen dürfen eine Pfeilauflage, die verstellbar sein kann, ein beliebiger beweglicher Druckpunkt, eine Pfeilanlage oder Anlageplatte verwendet werden, vorausgesetzt, sie sind nicht elektrisch oder elektronisch und stellen keine zusätzliche Zielhilfe dar." Das bedeutet, dass zahlreiche Umbauten an den Mittelstücken, die aufgrund der 1998 getroffenen Regelung erforderlich waren, nun wieder obsolet sind.

Betreffend den Fingerschutz für die Blankbogen-Kategorie "wird nochmals darauf hingewiesen, dass keine Markierungen, Anzeigen, Skalen oder andere Hilfsmittel vorhanden sein dürfen, welche benutzt werden können, um die Position des Tabs auf der Sehne zu fixieren. Ausgenommen davon sind originale Nähte oder Schrauben des Herstellers. Gebrauchsspuren, die aus der Benutzung des Fingerschutzes stammen, sind zugelassen."

Für alle Feldschützen sind folgende Regelneuerungen von Bedeutung:

In der Feldrunde dürfen in der Runde mit bekannten Entfernungen künftig zwei 60cm-Auflagen nebeneinander am Dämpfer montiert werden. (Änderung § 9.1.5).

Die Scheibennummern gemäß § 9.4.1 dienen künftig als Warteposition für die nachfolgende Gruppe.

Im letzten Artikel schrieb ich noch über die Position des Schützen am Pflock. Hier gilt zwischenzeitlich folgende Ergänzung in § 9.4.1: "Der Wettkämpfer darf stehend oder kniend maximal 1 m neben oder hinter dem Abschusspflock unter Berücksichtigung der Geländerverhältnisse seine Schießposition einnehmen. Nur in Ausnahmefällen darf der Schiedsrichter dem Schützen erlauben, eine Position außerhalb dieses Breichs einzunehmen."

Beim Teamwettbewerb wird der Schiedsrichter künftig die Zeitnehmung starten, sobald der erste Schütze des Teams die Warteposition verlässt.

"Künftig kann in der Waldrunde auch gemäß 3-D Regeln gescort werden, sofern dies der Veranstalter wünscht. In diesem Fall zählt der kleinste Ring (X) 15 Punkte, der Innenring 12 Punkte und der Außenring 7 Punkte." Die Distanzen wurden ebenfalls neu geregelt. Details dazu gibt es auf der Homepage des ÖBSV.

Alle Schützen mache ich auf folgende Regelung betreffend FITA-Leistungsabzeichen aufmerksam: Jedes Leistungsabzeichen kann je Farbe nur einmal angefordert werden, d.h. bei Verlust gibt es keinen Ersatz! Weiters gilt, dass beim Erreichen eines höheren Leistungsabzeichens (z.B. einem 1100er Stern) ein niedrigeres Leistungsabzeichen (z.B. ein 1000er Stern) weder gleichzeitig noch später angefordert werden kann.

Für die Kaderschützen interessant ist folgender Hinweis: Künftige Weltmeisterschaften Outdoor werden auch weiterhin mit einer einfachen FITA Qualifikationsrunde und anschließender Olympischer Runde durchgeführt werden. Die mehrfach gewünschte 70m Qualifikationsrunde wurde einmal mehr abgelehnt.

Und was in Österreich ohnedies bereits verboten war, wird nun auch von der FITA verboten: Betablocker wurden in die Dopingliste aufgenommen.

Über weitere Regeländerungen werde ich nach Erscheinen des neuen Regelbuchs berichten.

Noch einige Hinweise für die Schiedsrichter: Das neue FITA Regelbuch wird wieder einmal umgebaut und zwar sollen jene Artikel und Teile zusammengefasst werden, deren Änderung nur vom FITA-Kongress beschlossen werden darf . Ein weiterer Teil beinhaltet dann abgeleitete Regelungen, deren Änderung von den verschiedenen Komitees der FITA dem Vorstand zur Beschlussfassung vorgelegt wird.

Die neuen Regelbücher sind in der englischen Fassung voraussichtlich ab April verfügbar, die deutsche Übersetzung wird dann wohl einige Monate später erscheinen. Wer ein Regelbuch in englischer Sprache haben möchte, mag seine Bestellung möglichst rasch im Sekretariat des ÖBSV deponieren. Das Regelbuch in Deutsch wird den Schiedsrichtern des ÖBSV automatisch zugesandt.

Eine B-Schiedsrichter-Ausbildung im Bereich 3-D ist für Mitte Mai geplant. Interessierte mögen sich im Sekretariat des ÖBSV melden. Sie erhalten dann noch im April eine detaillierte Ausschreibung zugesandt. Diese Ausbildung ist gleichzeitig Fortbildung für alle A-Schiedsrichter, die ja auch "D-3-Turniere" des ÖBSV leiten dürfen.

Abschließend noch ein Hinweis für alle Veranstalter: Die Gebühren sowie Übernachtungs-, Verpflegungs- und Anreisekosten der Schiedsrichter können für ÖM und ÖSTM ab sofort dem ÖBSV in Rechnung gestellt werden.

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