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Der Stand


Aus Sicht des Regelwerks stellt sich im Scheibenschießen (Halle und Outdoor) selbst für einen Neuling kaum die Frage nach dem Stand. Der Platz in der Reihe findet sich automatisch. Steht man erst mal aufgefädelt hinter seinem Vordermann, ergibt sich die Beinstellung ganz von selbst: je ein Fuß auf beiden Seiten der Schießlinie. Wer einen extrem offenen Stand oder eine enge Beinstellung bevorzugt, der kann auch mit beiden Beinen auf der Linie stehen.

Im jagdlichen Bereich stehen die Schützen unmittelbar hinter ihrem Pflock. Gemäß dem für ÖBSV-Veranstaltungen gültigen Regelwerk wird dabei ein Bereich von maximal 15cm (für den vorderen Fuß) festgelegt.

Eine derart exakte Angabe fehlt im FITA Feldbogenbereich. Hier heißt es in §9.4.1: "Der Wettkämpfer muss, ob stehend oder kniend, eine Schießposition möglichst nah hinter dem Abschusspflock einnehmen unter Berücksichtigung der Geländerverhältnisse und ohne die Sicherheit zu beeinträchtigen." Die Formulierung "möglichst nah" führt dabei gelegentlich zu Diskussionen unter den Schützen, wie weit ein Schütze seitlich abweichen darf. Gelegentlich wird auch die Meinung geäußert, dass ein Schütze beliebig weit nach hinten ausweichen darf, solange er die "Mindestentfernung", die durch den Abschusspflock festgelegt wird, nicht unterschreitet.

Dazu zunächst der Hinweis, dass der Parcours vor dem Beginn der Veranstaltung von den Schiedsrichtern abgenommen wird. Diese achten darauf, dass ein sicherer Stand unmittelbar hinter jedem Pflock gegeben ist. Dass dieser Platz einzunehmen ist, geht aus obenstehender Regel klar hervor. Eine Abweichung nach hinten oder weiterer zur Seite wird von Schützen nur dann vorgezogen, wenn sich dadurch für sie ein Vorteil ergibt. Und genau dass sieht die Regel nicht vor.

Eine Ausnahme kann nur dann gestattet werden, wenn bei extremen Witterungsverhältnissen, etwa strömendem Regen, ein sicherer Stand an der vorgesehenen Stelle nicht mehr gewährleistet ist, etwa weil der Stand von vorangehenden Schützen bereits ausgetreten ist, was zum Zeitpunkt der Parcoursabnahme nicht vorauszusehen war. Ein Schiedsrichter wird sich bemühen, für Abhilfe zu sorgen.

Ist dies kurzfristig nicht möglich, dann darf der Schütze in rechtem Winkel bis zum nächsten sicheren Stand ausweichen. Dies ist aber nur eine Ausnahme aus Sicherheitsgründen. In keinem Fall zählen zu extremen Witterungsverhältnissen die Blendung durch die Sonne. Hier sieht die Regel andere Möglichkeiten vor.

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